Roskilde Festival Dice - Front Row

24.11.2012

Auf der Essener Spielemesse war in diesem Jahr neben den unzähligen Verlagen auch ein besonderer Exot vertreten: Das Roskilde Festival aus Dänemark. Neben der zu erwartenden Werbung für die Veranstaltung selbst hatten die Dänen aber auch ein für die Spielergemeinde interessantes Produkt im Gepäck: Ein spezielles Festival-Würfelset sowie einen Wettbewerb, dazu ein Spiel zu gestalten - eine Herausforderung, die ich schlecht ignorieren konnte.


Roskilde Festival Dice
Für 5, Euro konnte man auf dem Messestand für 5,- einen handlichen Plastikbecher im typischen Festivelorgange  und dem verheissungsvollen Titel "Your Rules Here" erstehen. Darin finden sich 5 schwarze W6 mit Punkten, bei denen das organene Zeltdach des Festivallogos die 1 ersetzt. Ein weiterer orangener Würfel zeigt sechs verschiedene Symbole, die im weitesten Sinne mit dem Festivalgeschehen assoziiert werden können.


Sollte man die Festivalwürfel auf der Spiel 2012 verpasst haben und die eigene Sammlung nun unbedingt erweitern wollen, so kann man dieses Set natürlich auch auf der Shopseite des Roskilde Festivals bestellen - dort allerdings für sieben Euro.


Ein simples Spiel
Schon im Oktober waren bereits Dutzende hoffnungsvoller Hobbyautoren dem Aufruf mit einem eigenen Spiel zu den Festivalwürfeln gefolgt, deren Regeln auf der entsprechenden Unterseite heruntergeladen werden können. Viele sind einfache Party- und Trinkspiele, die auf einem Festival sicherlich angemessen sind; eines ist sogar ein komplexeres abstraktes Strategiespiel.
Mein eigener Beitrag sollte auf keinen Fall ein Trinkspiel sein; außerdem wollte ich - wie eben das Strategiespiel - keine zusätzlichen Komponenten wie ein Spielbrett oder Figuren hinzufügen. Allerdings sind sechs Würfel auch sehr wenig Material mit dem man arbeiten kann, und die Vielzahl der abstrakten Symbole macht es auch nicht einfacher.

Da die schwarzen Würfel mit ihrer Nummerierung von 6 bis "Zelt" quasi einen Countdown darstellen, habe ich mich einfach bei einer meiner alten Spielideen bedient: Alle Spieler verkörperten Zombies, die eine Bombe in Form eines W6 untereinander umherwerfen. Bei jeder Aktion wird die Zahl auf dem Würfel um 1 reduziert, bis diese Bombe am Ende schließlich explodiert und der Zombie diverse Körperteile verliert. Somit lag es nahe, jedem Spieler einen schwarzen Würfel zu überlassen, so dass dieser den Weg vom Campingplatz auf der 6 bis zum Zelt zurücklegen muss.


Der orangene Würfel mit seinen doch recht willkürlichen Symbolen machte es schwer, diese in planbare Spielaktionen zu übersetzen. Somit musste er halt - wie vielen der eingereichten Partyspiele auch - dazu herhalten, von Spieler zu Spieler zu bestimmen, ob dieser dem Zeltsymbol seines Würfels auch näher kommt oder vielleicht doch zurückfällt; sich also vor oder zurück bewegt.
Um wenigstens ein wenig Taktik in das doch sehr zufällige Spielgeschehen zu bringen, habe ich die 6 möglichen Ergebnisse je zur Hälfte in Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen aufgeteilt und zudem noch bei einigen hinzugefügt, dass ein anderer Spieler ebenfalls bewegt werden muss. So bleibt es zwar immer noch ein nettes Spielchen für Zwischendurch, während man beim Festival vor der Bühne im Matsch die Umbaupause überbrückt, aber mehr soll es ja auch nicht sein.

Meine Regeln werden demnächst auch auf der Seite des Festivals zu finden sein, derweil kann man das PDF meines Endergebnisses "Front Row" auch hier.


Kein Hauptgewinn
Den auf der Messe angepriesenen Preis, eine Freikarte für das Roskilde-Festival 2013, konnte ich dann zwar mit meinem Spielchen doch nicht ergattern, aber das soll auch kein Problem darstellen. Zuletzt habe ich 1996 mit dem Dynamo Open Air ein Festival besucht; und auch wenn bereits bestätigte Bands wie Volbeat zwar reizvoll sind, sind es doch eher Veranstaltungen wie das Roadburn, die meinen Musikgeschmack treffen.

Sollte sich jemand von meinem Beitrag inspiriert fühlen, so kann man weiterhin seine eigenen Spielregeln auf der Festivalseite hochladen; und wer weiss, vielleicht ist dieser ja mehr Erfolg beschieden als meiner.


Alle Bilder stammen von der Webseite des Roskilde Festivals/Bo Jørgensen. Freigabe durch den Veranstalter am 21.11.12 via Email.

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