Blog-O-Quest 46: Flieger, Piloten, Schiffe

26.07.2019
Nicht nur ruft der Julikarneval der Rollenspielblogs nach Beiträgen zu Schiffen und Kapitänen, nein, auch die aktuelle Blog-O-Quest fragt nach individuellen Erfahrungen damit. Obwohl ich in meinem eigenen Fall dafür eigentlich nur von den Erlebnissen in einem einzigen System zehren kann.



  1. Hast Du schon mal einen Piloten, Kapitän, Rigger oder Fahrer als SC gespielt (Reine SL: Habt ihr schon solche NSC in längerem Einsatz gehabt, z.B. ein Morten bei den Drei Fragezeichen)? Gibt es dazu Anekdoten, Erfahrungen oder Anmerkungen, was machte die Rolle reizvoll?

    Speziell einen Piloten habe ich tatsächlich noch nie gespielt, auch der Rigger von Shadowrun hat mich nie wirklich gereizt. Das, was dem wohl am nächsten käme, ist in unserer aktuellen Fate-Kampagne der Techniker, der ein autonomes Fahrzeug hat und dies immer wieder verbessert. Aber wirklich zum Piloten macht ihn das noch lange nicht.

    Wobei ich zugeben muss, dass die Idee eines Chauffeurs als wiederkehrender NSC seinen Reiz hat. Mal sehen, ob sich das mal irgendwann in ferner Zukunft umsetzen lässt.

     
  2. Die ganze Gruppe als Crew eines Schiffes – wie z.B. bei Sundered Skies, Star Trek, Warhammer 40k: Rogue Trader, Firefly oder Star Wars: Am Rande des Imperiums: Hast Du da schon Erfahrung sammeln können?

    Um 2006 habe ich in unserer ausgiebig Star Wars d20 Revised geleitet, und da mir der kriminelle Untergrund abseits des Galaktischen Bürgerkriegs schon immer am besten gefallen hat, war von Anfang an vorgesehen, dass die Figuren ihr eigenes Frachtschiff erhalten. So begegneten sie direkt in der ersten Sitzung auf einer Raumstation im Äußeren Rand dem abgehalfterten Menschen Gricc Sporko, dessen correlianischer Frachter „Marble Magpie“ auch schon bessere Zeiten gesehen hatte. Für Reparaturarbeiten konnten die SC einen Platz auf dem Schiff ergattern und gelangten so nach Nar Shaddaa. Der Hutte Dronga, bei dem Sporco hoch verschuldet war, ließ den Piloten zu seinem Vergnügen hinrichten und stellte den SC dann die Forderung nach dem ausstehenden Geld – der Weg zum ersten richtigen Abenteuer.



    Der Frachter basierte auf der Karte „Medium Bulk Freighter“ aus dem altehrwürdigen Star Wars Collectible Card Game von Decipher, von mir zusätzlich mit Rollenspielwerten versehen. Meines Wissens stammte dieses Schiffdesign auch exklusiv aus diesem Kartenspiel und hatte somit etwas einzigartiges; außerdem gefiel mir der Kontrast zwischen dem schicken Rasenden Falken und dem arg klobigen Schiff, mit dem meine Spieler sich nun rumschlagen mussten.



    Sunderered Skies, das ja auch nach einer eigenen Schiffscrew unter den Spielern schreit, reizt mich seit Jahren außerordentlich, aber in unserer Runde haben aktuell andere Systeme Priorität.

     
  3. Verfolgungsjagden: Hast Du im Rollenspiel Erlebnisse rund um den Schiffskampf und wilde Verfolgungsjagden (ggf. im Auto oder nur zu Fuss) gehabt? Welche Regelmechaniken haben sich da bewährt?

    In besagter Star Wars d20-Kampagne bestand eine ganze Sitzung nur aus einem Schiffskampf – obwohl diese Szene eigentlich nur ein kurzes Intermezzo sein sollte. Nachdem die Spieler von einer Piratenbasis heimlich eine alte Schatzkarte in ihren Besitz gebracht hatten, mussten sie sich im Orbit den Banditen stellen, die dank eines Interdictor-Kreuzers den Frachter der Abenteurer vom Sprung in den Hyperraum abhalten konnten. Wenig später stieß allerdings noch das Imperium hinzu, das den Piraten endlich den Garaus machen wollte.

    Der Schiffskampf spielte sich unglaublich zäh, weil die Schiffe mit ihren Werten laut Regeln viel zu viel Schaden aushielten – gerade die TIEs des Imperiums brauchten tatsächlich mehrere Treffer, bis diese erledigt waren. So wurde aus einem kleinen Intermezzo eben leider der ganze Spielabend, der sich kein bisschen nach den rasanten Dogfights der filmischen Vorlage anfühlte.

     
  4. Wirtschaftssimulation: Egal ob Schmuggler oder legale Fracht, bei 4 von 5 der oben genannten Beispiele spielt der Warentransport eine kleine Nebenrolle. Wurde so ein Aspekt in Eurer Runde schon genutzt und wie würdest Du das (wenn) umsetzen?

    Handel hat in meinen Runden so gut wie nie eine Rolle gespielt. Zu Gymnasiumszeiten in den späten 80ern hat einer unserer Spieler in den Forgotten Realms mal eine lokale Spezialität karrenweise mitgeführt und damit abseits des dominanten Spielsystems auch gut funktionierende Handelsrouten samt Angestellten erschlossen, aber das war es auch schon.

    Deshalb muss erneut Star Wars d20 herhalten: Nach Übernahme der „Marble Magpie“ konnten die Abenteurer zunächst die Ladung des Vorbesitzers verkaufen. Danach hatten sie an den jeweiligen Häfen, an denen sie gerade lagen, verschiedene Angebote für An- und Verkäufe: Arbeitskräfte (vulgo: Sklaven), Bacta-Pilze, ordinären Weizen oder Medpacks. Im weiteren Verlauf der Geschichte allerdings mussten die Spieler immer abgelegenere Welten aufsuchen, auf denen es keine nennenswerten Handelsmöglichkeiten gab bzw. auf denen sie unentdeckt bleiben mussten.

     
  5. Vermutlich hat einer Deiner SCs oder gar die ganze Gruppe schon ein Schiff, Raumschiff oder ähnliches besessen – welches war Dein erinnerungswürdigstes? Gilt auch für reine SL.

    Tja, diese Frage sollte ich mit den übrigen Punkten bereits ausreichend beantwortet haben.

     
  6. Die Bonusfrage … Welche Art Star Trek würdest Du am liebsten spielen? (Classic – Weltraumwildwest; Next Generation: „typisches“ Star Trek halt; Deep Space Nine: Weltraumstation a la Babylon 5 oder Mass Effect oder Voyager – Hexploration in unbekannten Gebiet mit extra viel Ressourcenmanagment, weil man ja von der Förderation abgeschnitten ist)

    Mal abgesehen davon, dass Babylon 5 mein Favorit (aus der Auswahl und auch generell) ist, so entscheide ich mich für Deep Space 9. Nicht aber wegen der Möglichkeit, auf einer Raumstation zu spielen, sondern weil es in meinen Augen die beste Star-Trek-Serie ist, die durch den Krieg gegen das Dominion endlich die furchtbare Statik von The Next Generation aufbrach und umwälzende Veränderungen eingeführt und auch beibehalten hat. Ich erinnere nur an meine Lieblingsfolge „Im fahlen Mondlicht“ (6x19), in der Captain Sisko es allein mit seinem Gewissen vereinbaren muss, den alten Erzfeind der Romulaner durch eine List in den Krieg gelockt zu haben. Und selbst da glänzt Babylon 5 mit noch schockierenderen, noch umwälzenderen Momenten – aber das war hier gar nicht gefragt.

    Ansonsten habe ich allerdings auch in meiner Zeit als Supporter für Decipher deren kurzlebiges Star-Trek-Rollenspiel beworben und dafür einige Szenarien erdacht. Wer sich also nicht entscheiden kann, welches Setting ihm zusagt, kann gerne in meinen alten Demo-Szenarien nachschlagen.



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1 Kommentar:

Greifenklaue hat gesagt…

@3: Star Wars FFG macht das ganz gut, unsere Schiffskämpfe waren immer recht schnell und meist spannend.

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