Loot-a-Day: 31 Beutestücke

31.08.2016
Zum Karneval der Rollenspielblogs "Geld, Gold, Schätze" hat Organisator Greifenklaue in einer Parallelaktion zum Loot-a-Day aufgerufen: ein interessantes Beutestück für jeden Tag des Monats. Anstatt dies im naheliegenden Tagesmodus mit Einzelbeiträgen zu verwursten, habe ich mich für eine übersichtliche Gesamtliste entschieden. Einige Einträge sind fantastisch, manche krud und seltsam, etliche schlicht zeitgenössisch, und viele erschreckend banal – so sollte für zahlreiche Settings etwas zu finden sein. Vielleicht ist es aber auch nur ein Zeichen dafür, dass mir bei einunddreißig Stichworten erschreckend schnell die guten Ideen ausgehen.


1.) Der Helm des St. Thulbass - Schätze im Hort eines Monsters
In der Höhle eines besonders wilden Zwergdrachen fand der religiöse Streiter Thulbass ein jähes und überraschendes Ende. Eigentlich ein unausstehlicher Fanatiker und Streithahn, wurde sein Ruf über die Jahrzehnte verklärt und er längst zum Märtyrer und Heiligen erhoben. Sein Helm, den er bei jeder Gelegenheit und angeblich zum Schutz vor ketzerischen Einflüsterungen trug, befindet sich als sein einziges Überbleibsel noch in der Drachenhöhle. Allerdings hat der Drache beim Verzehr des Fanatikers arg darauf herumgekaut, so dass das eigentlich ansehnlich gefertigte und prächtig verzierte Rüstungsstück sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde.

2.) Das Blut des zermalmten Gottes - Tempelschätze
Der Gott Kangiiya liebte es, persönlich vor seinen Gläubigen zu erscheinen und seine Weisheit zu verkünden. Er nahm jedoch ein jähes und grauenvolles Ende, als sein Avatar während der Predigt am Fuße des Berges Enbesch von einem herabstürzenden Fels erschlagen wurde. Die bis heute dauernde Fehde, dies sei ein Attentat der Anhänger des Predigers Schilltuu gewesen, wollen wir an dieser Stelle außen vor lassen. Von den zermalmten Überresten des Kangiiya blieb nur eine Blutlache übrig, die seine Jünger in ein heiliges Gefäß füllten. Dies ist bis heute der größte Schatz seiner Kirche, denn deren Hohepriester kriegen bei ihrer Weihe einen Tropfen von Kangiiyas Blut eingeflößt, auf dass dessen Weisheit auf sie übergehe.

3.) Die Zepter des Mentuhotep - Stäbe, Stöcke, Ruten
Mentuhotep gilt als der König, der Ober- und Unterägypten wieder vereinte. Diese Macht drückte sich auch in seiner Kontrolle über die Lebensader des Nils aus. Mit seinen Insignien Krummstab und Flegel vermochte er - so behaupten nur teilweise erhaltene Schriften - das Hochwasser des Stroms direkt zu steuern. Für seine Nachfolger ist diese Macht nicht belegt, vermutlich wurden die Zepter Mentuhoteps Grab beigelegt und später von Räubern entwendet.

4.) Action Comics #1 - Wertvolles Papier
In einem unscheinbaren Bilderrahmen sieht man ein leicht abgegriffenes Comicheft, auf dessen Titel Superman ein Auto durch die Gegend schleudert. Es handelt sich um die erste Ausgabe von Action Comics, mit der die Figur des Superman ihr Debüt feierte. Eine genauere Inspektion, sollte man den versiegelten Rahmen öffnen wollen, offenbart an dem Heft sichtbare Lesespuren, obwohl ansonsten pfleglich damit umgegangen wurde. Sammler würden den Comic wohl immer noch als „very fine“ bewerten, so dass es sicher einen Wert im knappen sechsstelligen Bereich hat.

5.) Der Stimmungsring (mit deinem Freund Pif) - Ringe
Auf den ersten Blick handelt es sich um ein billiges Kinderspielzeug. In Yps-Heft 823 lag ein einfacher Aluminiumring mit dem Kopf einer Comicfigur darauf bei, dessen Flüssigkristalle den Gemütszustand des Trägers anzeigen sollen. Ein findiger Magier jedoch machte diesen Tand zu einem nützlichen Artefakt: Berührt man die bloße Haut einer beliebige Person, so überträgt der Ring auf diese die Emotion, die der Ring gerade anzeigt. Allerdings ist das Schmuckstück in seinem Umfang recht eingeschränkt und vermag nur drei Gemütszustände anzuzeigen; außerdem reagieren die Kristalle mitunter überempfindlich auf die Umgebungstemperatur.

6.) Die Ätherlampe - Lampen und Kandelaber
Diese filigrane Bronzelampe im hellenischen Stil kann eine Flamme unbegrenzte Zeit erhalten, den Brennstoff dafür zieht sie aus dem fünften Element des Äthers, das in Aristoteles Weltbild als ewige Substanz jenseits der Mondsphäre dargelegt wurde. Allerdings vermag die Lampe dies nur unter freiem Himmel, am besten bei klaren Vollmondnächten. Ansonsten zieht sie ihre Energie aus einem anderen Grundstoff, von dem die Griechen sagten, er steige zum Äther auf: aus den Seelen der Umstehenden.

7.) Die Plastiken des Gerhard Neumann - Abstrakte Kunst
Gerhard Neumann ist der neue Stern am Himmel der Kunstwelt. Der gelernte Steinmetz begeistert mit seinen Plastiken, die auf den ersten Blick roh und unförmig wirken, dann aber bei näherer Betrachtung feine Formen und Ornamente offenbar werden lassen, die sich dazu mit der kleinsten Verschiebung des Blickwinkels ändern. Während Neumanns Werke auf dem Kunstmarkt Höchstpreise erzielen, sind seine unirdischen Plastiken auch in das Visier von Kultisen uralter fremder Götzen geraten...

8.) Knochenwürfel - Schätze in den Taschen eines Orks
Zwei abgewetzte und leicht zerkratzte Würfel aus vergilbtem Knochen. Dem Ork völlig unbekannt ist allerdings ihre spezielle magische Eigenschaft: Geht es bei einem Wurf des Eigentümers um wirklich alles oder nichts, so werden die Würfel stets das für den Sieg nötige Ergebnis zeigen.

9.) Wünschelstecken - Schätze im Greifennest
Inmitten der Zweige, aus denen der Horst zusammengebaut ist, finden sich nach genauer Untersuchung einige Stecken vom Wünschelbaum, die mit entsprechender magisch-alchimistischer Bearbeitung zur einer wirksamen Wünschelrute fertigen lassen.

10.) Der Manuskriptcode - Wertvolles in Kofferraum und Handschuhfach
Ganz hinten im Handschuhfach findet sich eine zerknüllte und arg in Mitleidenschaft gezogene Seite aus dem Wissenschaftsteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 10. April 1959 mit einem Artikel über das Mercuryprogramm der NASA. Am Rand ist in einer sehr feinen und wegen ihrer geringen Größe nur schwer lesbaren Handschrift der komplette Code zur Dechiffrierung des Voynich-Manuskripts notiert.

11.) Das Medaillon der Liebsten - Schätze in den Überresten eines Untoten
Um den Hals des Untoten hängt ein schlichtes Medaillon. Klappt man es auf, so findet man das liebevoll gemalte Portrait einer junge Frau mit wallendem kastanienbraunen Haar und sehr feinen, fast schüchternen Gesichtszügen. Im Deckel sieht man die verschnörkelte Gravur „Bis an das Ende der Welt“, die allerdings von groben Klauen oder ähnlichem wüst zerkratzt wurde. Dies ist die Braut des Untoten, und die Liebe zu ihr hat ihn ins Unleben zurückgebracht.

12.) Ein Zibellino - Wertvolle Kleidungsstücke & Schuhe
Der kleine Zierpelz aus Zobelfell ist sorgfältig dem ursprünglichen Tier samt Kopf, Schwanz und Pfoten nachgebildet. Den Schädel schmückt zudem eine goldene Maske mit zahlreichen Schmucksteinen. Je nach Fundort ist der Pelz selbst mehr oder weniger in Mitleidenschaft gezogen und bedarf der Nachbehandlung durch einen Kürschner.

13.) Die Zeremonienrüstung der D‘duska-wa - Zierdolch, Schmuckwaffen &-rüstungen
Die Auguren der D’duska-wa ließen sich ihre Weissagungen und göttlichen Ratschläge stets von ihren Bittstellern gut bezahlen. Das erhaltene Geschmeide wurde zumeist eingeschmolzen und von den Priestern weiterverarbeitet. So kleiden sie sich in prunkvolle Zierrüstungen, die mit ihren ziselierten Ornamenten den Göttern preisen und deren Glorie verkünden sollen. So mancher Dieb, der einen begehrlichen Blick darauf geworfen hat, musst sein Vorhaben aber bitter bereuen, denn die Rüstkammern der D’duska-wa sind schwer bewacht und geschützt.

14.) Eine Palette Margarine - Handelswaren
Ein Margarinehersteller wirbt vollmundig um Käufer, die in ausgewählten Packungen einen Preisvorschlag für einen kleinen Goldbarren im Deckel finden können. Auf dieser Palette befinden sich sämtliche Packungen mit einem solchen Code.

15.) Glückspilzsporen - Schätze kleiner als das Auge sieht
Auf den ersten Blick befindet sich in der winzigen, mit einem schlichten Korken verschlossenen Flasche nur Luft. In ihr befinden sich allerdings tausende Sporen des seltenen und begehrten Glückspilzes, der seinem Namen alle Ehre macht. Öffnet man das Fläschchen und atmet dessen Inhalt tief ein, so gelingt einem die nächste Probe – welcher Art auch immer – automatisch aufs Vorzüglichste. Ein kundiger Alchemist oder Botaniker vermag aber das wahre Potential dieses Schatzes zu nutzen: Säht man die Sporen auf den öligen, übelriechenden Harzabsonderungen des Pechbaumes aus, so wächst dort mit der richtigen Pflege eine neue Pilzkultur heran. Allerdings macht auch der Pechbaum seinem Namen alle Ehre - in seiner Nähe möchte einem nichts so richtig gelingen, und so ist diese Pflanze in vielen kultivierten Gegenden gnadenlos ausgerottet worden.

16.) Wiederkehrende Münzen - Fliegende Schätze
Diese seltenen Geldstücke sind sehr beliebt bei Trickbetrügern. Hat man mit einer solchen Münze bezahlt, reicht eine bestimmte Handbewegung, und sie fliegt durch die Luft zurück zu ihrem eigentlich Besitzer. Großes Geschick ist dabei dennoch nötig - schließlich kann jeder diesen Flug sehen.

17.) Gelege der Moorjungfer - Schätze in einem Fluß, Teich oder Tümpel
Die Eier der Moorjungfer, einer kleinen Libellenart, gelten unter Feinschmeckern schon lange als Delikatesse. Da es bisher nicht gelungen ist, diese äußerst empfindlichen Insekten zu züchten, erzielen ihre Gelege auf dem Markt Höchstpreise. Allerdings muss die Ware auch frisch sein, zudem werden Eier bevorzugt, die noch kaum bebrütet worden sind – Gelege, in denen sich schon die Larven bilden, wird niemand mehr anrühren.

18.) Der Materiewandler - Außerirdisches
Bei der Erforschung der Mondoberfläche machte die Besatzung von Apollo 12 eine merkwürdige Entdeckung: Halb versunken im Staub befand sich eine klobige kristallene Struktur von etwa einem Meter Kantenlänge. Untersuchungen auf der Erde ergaben, dass es sich um eine Art Maschine handelt, die Mondstaub sehr langsam in andere Kristallstrukturen umwandelt. Nach Jahrzehnten der Forstwirtschaft ist es in geheimen Regierungslaboren gelungenen, den Prozess im andere Stoffe, darunter auch Edelmetalle, umzuwandeln - sehr zur Freude des Finanzministers. Der wahre Zweck des Wandlers und seine Erbauer sind bis heute unbekannt.

19.) Die Universalsteckdose - Unter Strom
Auf den ersten Blick handelt es sich um eine normale Steckdose, wie man sie in jedem Haushalt findet. Die Rückseite allerdings ist ein glattes geschlossenes Plastikgehäuse ohne irgendwelche Kabel oder ähnliches. Setzt man diese Steckdose allerdings auf eine beliebige glatte Oberfläche, so ist sie direkt mit Strom versorgt. Nur der Alterungsprozess des Gegenstands wird um ein Vielfaches beschleunigt, ausserdem passen in die Universalsteckdose nur Netzstecker vom sehr seltenen Typ H.

20.) Krummeluserbsen - Essbare Schätze
Eingeschlagen in ein Ledertuch findet sich eine Handvoll verschrumpelter Erbsen. Eine sehr penible Untersuchung offenbart, dass auf diese winzige Worte in einer dem Sanskrit ähnlichen Schrift eingraviert sind. Nimmt man eine solche Erbse zu sich und spricht dabei den eingravierten Spruch, so sollen die Kummeluserbsen angeblich das Altern verlangsamen, bei Kindern sogar gänzlich aufhalten. Doch Vorsicht ist geboten: Immer wieder hört man von Unglücklichen, die den Zauberspruch falsch aufgesagt haben sollen und die so innerhalb von Sekunden zu Greisen geworden sind.

21.) Der rostige Nagel - Zahnräder, Schrauben und Nägel
Auf den ersten Blick ist dieser krumme und rostige Nagel nicht mehr als ein Stück wertloses Altmetall. Schlägt man ihn jedoch in einen beliebigen metallenen Gegenstand, so verschwinden sämtliche Verschmutzungen und Deformierungen. Ist die Reinigung vollendet, fällt der Nagel von alleine wieder heraus - lediglich das Loch, das er geschlagen hat, verbleibt.

22.) Ein Zahn des Tuuza-Tuunann - Reliquien
Der Kult des Tuuza-Tuunann verehrt diese riesigen fleischfressenden Monstren als Inkarnationen göttliche Kreaturen. Ihre Hohepriester werden gemästet, um schließlich von einer solchen Kreatur mit Haut und Haaren verschlungen zu werden und, wie sie es beschwören, so in ihrer Göttlichkeit aufzugehen. Da dadurch aber von den Hohepriestern keine Überreste mehr bleiben, die als Reliquie verwendet werden könnten, verehrt der Kult statt dessen die Zähne des Tuuza-Tuunann als solche, sind sie doch das eigentliche Instrument für die finale Apotheose ihrer Priester.

23.) Star Wars: The Queen’s Gambit - Spiele
Was auf den ersten Blick wie eines von vielen lizensierten Produkten aussieht, die 1999 für den grassierenden Hype um die erste Episode der neuen Star-Wars-Trilogie auf den Markt geworfen wurden, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ein komplexes Strategiespiel, wie man es von Herausgeber Avalon Hill erwartet. Mit 155 detaillierten Plastikfiguren spielt man die gesamte Schlacht von Naboo auf drei Ebenen nach: Der Kampf der Gungans gegen die Kampfdroiden auf offenem Feld, den Sturm der Königin und ihrer Wachen zum Thronsaal und das Duell zwischen Qui-Gon Jinn, Obi-Wan Kenobi und Darth Maul.
Wegen der ausgelaufenen Lizenz ist ein Nachdruck mehr als unwahrscheinlich – wen wundert also, dass Sammler für ein Exemplar bis zu 1000$ zu zahlen bereit sind?

24.) Der Universalzeitzünder - Uhren & Chronometer
Eine unscheinbare rechteckige Digitaluhr mit billigen schwarzen Plastikgehäuse. Unterhalb der Anzeige befinden sich zwei graue Knöpfe zum Einstellen der Zeit und zum Starten der Uhr, jedoch keiner um sie anzuhalten. Auf der Rückseite ragen zwei Kontakte nicht unähnlich einem Netzstecker Typ A heraus. Drückt man diese bis zum Anschlag in ein beliebiges Objekt und startet die Uhr, so explodiert das Objekt nach Ablauf dieses Countdowns, als bestünde seine Masse vollständig aus C4-Plastiksprengstoff. Der Universalzeitzünder wird dabei natürlich vernichtet.
Läuft die Uhr einmal, so lässt sich die Uhr auch mit größter Kraftanstrengung nicht mehr entfernen – es ist zumeist einfacher, das Objekt zu zerstören, in dem der Zeitzünder steckt.

25.) Das Banner des Verethragna - Flaggen & Fahnen
Auf der strahlend weißen Fahne prangt ein Stierkopf mit gelben Ohren und goldenen Hörnern, eine der vielen Erscheinungsformen des persischen Kriegsgottes Verethragna. Zieht der Träger des Banners in den Kampf gegen das wahrlich Böse, so werden all jene, die das Banner sehen, ihm bereitwillig in die Schlacht folgen und niemals wanken.

26.) Der Goldspinner - Wertvolle Tiere & Pflanzen
Das Produkt der Experimente eines gewitzten Magiers, hat der Goldspinner einen vollständig veränderten Metabolismus. Die Raupe vertilgt in ihrer Wachstumsphase mehrere hundert Gramm Gold, je reiner desto besser. Bei der anschließenden Verpuppung spinnt sie einen Kokon aus feinen Goldfäden, die Puppe ähnelt so einem kleinen Nugget. Der Schmetterling schließlich bezaubert durch die filigranen Goldmuster auf seinen Flügeln.
Dieses außergewöhnliche Tier ist sehr umstritten. Während Diebsgesindel die Raupen sehr für subtile Bereicherung nutzt, würden reiche Kaufleute sie am liebsten gänzlich ausrotten. Der Hochadel schließlich leistet sich gern eine kleine Kolonie von Goldspinnern, denn nichts beeindruckt Gäste mehr als die herrlichen Schmetterlinge und drückt zugleich aus, wie verschwenderisch der Hausherr mit seinem Reichtum umgehen kann.

27.) Statuette der Muttergöttin - Statuen, Büsten & Gemälde
Die kleine Holzstatue von etwa 20cm Größe stellt eine füllige Mutterfigur dar, gekleidet in einen Rock aus prächtigen Kornähren. Vergräbt man sie auf einem Acker, so wird dieser eine prächtige Ernte einbringen. Allerdings muss man einige Ähren dieser Lese der Statuette opfern, sonst wird sie beim nächsten Mal das Feld zur Strafe verdorren lassen.

28.) Videospiele - Einbruch ins Museum
Das Computerspielemuseum Berlin besitzt in seinem Fundus diverse funktionstüchtige Originalautomaten: Pong, Donkey Kong, Space Invaders oder Gauntlet laden zum Zocken ein. Obwohl öffentlich ausgestellt, werden diese Schätze allerdings nicht während der gesamten Öffnungszeit betrieben, um die in die Jahre gekommene Hardware zu schonen. Für manche Klientel mag ein Original schon ein begehrenswerter Schatz sein, aber wenn sich skrupellose Gemüter schon unerlaubt Zugang in das Museum verschaffen, kann es einfach verlockend zu sein, die Automaten ausgiebig zu bespielen.

29.) Der Rätselstein des Guri-Gutip - Schätze im Stein
Als König Guri-Gutip nach langer Regierungszeit merkte, dass sein Lebensfunke bald erlöschen würde, gab er bei seinem Feinschmied einen besonderen Stein in Auftrag. In dessen Mitte befand sich ein kleiner Hohlraum, der eigentliche Stein von der Größe eines Fußballs war in mehrere Einzelkomponenten unterteilt, die durch zahllose Achsen, Scharniere und Aufhängungen in tausenden Variationen umeinander gedreht, geklappt und verschoben werden können. So komplex sind die Bewegungsmöglichkeiten, dass viele behaupten, nicht nur Feinmechanik, sondern auch Magie wäre hier im Spiel.
In diesen Stein legte Guri-Gutip den prächtigsten Edelstein seiner Krone als Symbol für die Königswürde. Anschließend verschloss er den Stein mit flinken Drehungen und verfügte, nur wer den Edelstein wieder hervorbringen könne, verdiene es, sein Nachfolger auf dem Thron zu werden. Wenige Tage darauf verstarb Guri-Gutip friedlich im Schlaf.
Dies ist nun viele Generationen her, und seitdem hat niemand es vollbracht, den Stein zu öffnen. Statt eines Königs haben Truchsesse die Verwaltungspflichten inne. Viele halten den Edelstein inzwischen für eine Legende, dennoch wagen sich immer wieder Adlige, Denker und Abenteuer an die Öffnung des Steins - und bisher ist ein jeder daran gescheitert.

30.) LCD-Tinte - Aus der Zukunft
Ein kleines unscheinbares Tintenfass enthält eine trübe Flüssigkeit. Üblicherweise wird diese großflächig unter die Haut tätowiert, ein Muster oder Motiv wie in unserer Zeit ist unüblich. Durch einen passenden Chip oder ein abgestimmtes Übertragungsgerät agiert die Tinte wie ein subkutaner Computerbildschirm - nur leider sind diese Schnittstellen bei dem geheimen Lausitz-Zwischenfall nicht in unserer Epoche gelandet.

31.) Der Multiversencomputer - Aus einer anderen Dimension
Das mooresche Gesetz über die regelmäßige Verdopplung der Rechenleistung von Computern musste irgendwann an seine physikalischen Grenzen stoßen. Als eine Verkleinerung der Komponenten nicht mehr möglich war, entwickelten findige Wissenschaftler eine Technik zur Vervielfältigung. Der Computer wurde schlicht in Paralleluniversen gedoppelt, so dass der Rechenprozess von mehreren Kopien gleichzeitig übernommen wird. Günstige Multiversumscomputer haben meist mehrere hundert Parallelkopien, solche in Rechenzentren beginnen bei hunderttausend und mehr.


Ein Nachwort
Ursprünglich entsprang die Idee der täglichen Beiträge zu einem Stichwort dem Artifact-a-Day von d6ideas während des von mir organisierten Artefaktkarnevals vor einem Jahr. In der Zusammenfassung mutmasste ich, ob man das nicht mit anderen Stichworten wiederholen könne - etwa einem "Loot-a-Day". Danke also an Greifenklaue, dass dieser diese Schnapsidee mit einem Aufruf zu 31 Beutestücken aufgegriffen hat, der, wie man auf rspblogs.de sehen konnte, auch etliche gute Ideen produziert hat. Diese werden im Forum der Rollenspielblogs in diesem Thread gesammelt, parallel zum eigentlichen Karnevalsthema "Geld, Gold, Schätze".

1 Kommentar:

blut_und_glas hat gesagt…

Ich hatte mich schon über das ausdauernde Schweigen gewundert...

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