RPG-Blog-O-Quest #012 – Rollenspielbudget

07.09.2016
Seit nunmehr einem  Jahr erfolgt von Greifenklaue und Würfelheld der Aufruf an die deutschen Rollenspielblogger, sich monatlich zu einem kurzen Fragenkatalog über ihre Haltung und Eigenheiten im Hobby zu äußern. Bei der aktuellen Frage des eigenen Rollenspielbudgets klingt die Kurzfassung meiner Antwort zuerst vielleicht etwas seltsam: Eigentlich gar keins.


Zunächst: Jammern auf hohem Niveau
Eigentlich ist bei mir kaum Geld für Hobbies da. Wir sind eine vierköpfige Familie mit Kindern im Grundschulalter, und ich sorge für das einzige Einkommen. Nun bin ich in einer Branche beschäftigt, bei der man auch ohne Führungsverantwortung gut verdienen kann, und wenn am Ende des Monats alle Rechnungen für die laufenden Kosten bezahlt sind, bleibt auch stets noch ein wenig Geld für Familienausflüge oder ähnliches übrig.
Bei meinem reinen Privatvergnügen allerdings muss ich dann aber schon genauer hinschauen – die Zeiten, zu denen ich noch spontan einen Hunderter für das dicke Hardcover von Ptolus hinblättern konnte, sind als Familienvater nun einmal vorbei.


Die Alternative: Support und Rezensionen
Daher nutze ich primär eine andere Möglichkeit, um meinen Bedarf an begehrtem Rollen- und Brettspielkram zu decken. Zum Glück erkläre ich gerne Spiele, und zum Glück schreibe ich auch gern, was dieses Blog hoffentlich bezeugt.

So bin ich schon seit 2006 Jahren als Supporter für Pegasus Spiele unterwegs, davor stand ich in Diensten von Decipher, und bis vor zwei Jahren gehörte ich zu den Men In Black von Steve Jackson Games. Außerdem schreibe ich seit einigen Jahren regelmäßig Rezensionen für die Teilzeithelden. So habe sowohl Zugriff auf Vertriebs- als auch Rezensionsmaterial und kann meine knappen monetären Ressourcen schonen. Und nein, Gewissenskonflikte gibt es dabei nicht, denn ich bespreche keine Titel eines Verlags, für den ich Supporter bin. Trotzdem fallen mir diese Bezugsquellen nicht in den Schoß, am Anfang muss immer erst einmal die Messearbeit am Stand oder eben ein ordentlicher Text stehen.

Mit diesen Vorbemerkungen sind meine Antworten auf die eigentlichen Fragen der Blog-O-Quest hoffentlich besser einzuordnen. Also dann:


1. Wie groß ist Dein durchschnittliches monatliches Rollenspielbudget {z.B. bezogen auf ein Jahr geteilt durch zwölf}?

Jährlich komme ich für mein gesamtes Spielehobby – wohlgemerkt Brett- und Rollenspiel – geschätzt auf etwa 400,- Euro. Davon sind allerdings 200,- Euro zurückgelegt für den Einkaufsrausch während der Spielemesse im Oktober, weitere etwa 100,- Euro werden oft zur Weihnachtszeit verprasst. Rein rechnerisch ergibt der Rest dann wohl durchschnittlich 10,- Euro für die verbleibenden Monate.


2. Wieviel gibst Du typischerweise für eine Sitzung aus (z.B. für Essen, Knabbereien, Trinken, Anfahrt, Material, etc.) und wo ist Deine Schmerzgrenze?

Ich selber richte in unserer Runde schon lange nicht mehr die Sitzungen aus, dieser Punkt entfällt also. Zu Abend gegessen wird im Kreise der Familie, und für die Anfahrt kann ich oft das Fahrrad nehmen oder die U-Bahn via Firmenticket nach Feierabend. Insgesamt also alles angenehm günstig, und so darf es auch bleiben.


3. Für welche Art von RPG-Gimmicks würdest Du Geld ausgeben {z.B. im Rahmen eines Kickstarters, vielleicht magst Du aber auch die DSA-Notizbücher oder Cthulhu-Plüschies}?

Wer Gimmicks möchte, möge sich ein Yps-Heft zulegen. Natürlich gibt es auch sehr reizvollen Tüntel wie zum Beispiel Cthulhu-Würfelbeutel (und ja, als ehemaliger Man In Black besitze ich die grüne Fassung), aber auch hier gilt: Das knappe Budget möchte wohlüberlegt ausgegeben werden, und dazu gibt es zu viele „ordentliche“ Produkte, die eine bessere Investition darstellen.


4. Bei DSA oder Earthdawn gab es zuletzt drei unterschiedliche Ausgaben: die saugünstigen Sparausgaben mit wenig Illus, die Normalausgabe und die teurere Sammlerausgabe, z.B. in {Pseudo}-Schlangenleder für Earthdawn. Welche Art Ausgabe bevorzugst Du für Dein Lieblingssystem, welche für ein System, welches Du mal eben ausprobieren möchtest? Und wo wir gerade dabei sind: Numenera hat es vorgemacht … Box oder Hardcover? Oder ganz anders?

Zwei Herzen schlagen, ach, in meiner Brust: Zwar achte ich sehr auf den Preis, aber bei einem Rollenspielbuch soll es auch die ordentliche Standardausgabe mit Illustration und Flair sein. Limitierte Sammlerausgaben fallen dann wieder in den Bereich „Tüntel“. Bei allen praktischen Eigenschaften digitaler Bücher bevorzuge ich auch wegen ihrer unschlagbaren Haptik stets die Druckausgabe.


5. Spendenaktionen im Rollenspiel, egal ob die Ulisses-Charity auf der Ratcon {viaNandurion}, das Bundle of Holding oder Spendenbundle bei DriveThru / RPG Now – wie stehst Du dazu?

Der Spendengedanke ist mir – wie unmenschlich! – eigentlich egal, wichtig ist das Produkt, dass dahinter steht. Gerade das Bundle of Holding hat mir da schon diverse Euros entlockt, die ich doch eigentlich gar nicht mehr übrig hatte...


Bonusfrage: Welches ist Dein größter Rollenspielschatz {egal, ob Buch, Box oder ultraseltener Würfel etc.}?

Echte Sammler werden bei meinem Regal wohl nur gähnen, wirklich wertvolle Exemplare finden sich darin nicht. Nun gut, Degenesis Rebirth im Schuber ist schon sehr edel, auch das deutsche Hardcover Gurps Scheibenwelt dürften nur wenige besitzen. Ein zufriedenes Grinsen zaubern aber vor allem die vier dicken, lange vergriffenen Softcover von Toon auf die Lippen, denn das ist ein Exot, den ich auf keinen Fall missen wollte.


Die Blog-o-Quest
  • An jedem Monatsersten stellen Würfelheld oder Greifenklaue in abwechselnder Reihenfolgen fünf Fragen/Lückentexte, die auf Blogs, Podcast, Vlogs oder in Foren beantwortet werden können.
  • Jeder Monat erhält ein Hauptthema, um das sich die Fragen drehen - diesen Monat eben das Rollenspielbudget.

Bildquelle
www.Elbresse.de: "Euro Münzgeld und Portmonee", CC-BY-SA-4.0, via Wikimedia Commons

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