[WinterOPC 2015] Cosmic Patrol – Die Sonnenschöpfer

17.03.2016
Der Winter-One-Page-Contest von Greifenklaue und Würfelheld hat sich inzwischen als eine feste Institution etabliert, und die fünfte Runde im vergangenen Dezember wartete mit wahrlich inspirierenden ortsbasierten Themen auf. So kam mir auch direkt eine Idee zur Kategorie „Auf zu den Sternen“


Groß denken
Naheliegend wäre bei der Formulierung des Themas natürlich eine Reise ins Unbekannte gewesen, vielleicht auch ein Szenario über die Tücken, Astronauten überhaupt auf eine solche Expedition zu schicken. Mir schwebte aber etwas kolossaleres vor – ganz so wie in der Fortsetzung von „2001 – Odyssee im Weltraum“. Im Nachfolger „2010 – Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen“ von 1984 kehrt eine amerikanisch-russische Kooperation zurück zum Jupiter, um die herrenlose Discovery zu bergen und zu erfahren, was genau neun Jahre zuvor geschehen ist. Derweil haben die Schöpfer des geheimnisvollen Monolithen andere Pläne, und zum Ende wird der Gasriese Jupiter in eine neue Sonne verwandelt – womit die Verbindung zum WOPC-Thema hergestellt wäre.

Bei der Auswahl des passenden Systems für die Umsetzung musste ich nicht lange nachdenken: Cosmic Patrol bietet mit seinem Pulp-Sci-Fi der 40er/50er Jahre eine gute Spielwiese für überkandidelte Szenarien, zudem erlaubt mir der stichwortlastige Aufbau der Missionen viel Inhalt auf der geforderten einen Seite unterzubringen.


Eine Seite, drei Missionen
So war es auch kein Problem, die Geschichte um die geheimnisvolle Transformation eines Nebels in einen neuen Stern in drei Kapitel zu unterteilen. Gab es in meinem ersten Entwurf noch einige Überschneidungen, so setzt die endgültige Fassung für jede Mission einen thematischen Schwerpunkt: Auf die technik- und forschungslastige Einleitung folgt ein aktionsgeladener Mittelteil inmitten des sich wandelnden Himmelskörpers, um schließlich im Finale den Fokus auf den diplomatischen Erstkontakt mit den Urhebern der Ereignisse zu setzen.

Dabei ist schon der Text voller Anspielungen auf die filmische Inspirationsquelle: Aufseher Hyams ist nach dem Regisseur von „2010“ benannt, der Claviusnebel erhielt seinen Namen nach der Mondstation Clavius, in deren Nähe in „2001“ der erste Monolith gefunden wird, und meine Triolithen sind natürlich auch diesem geheimnisvollen Artefakt nachempfunden. Noch größeren Spaß haben allerdings die Anspielungen in der Illustration gemacht.


Außerirdische und Artefakte, bebildert
Cosmic Patrol besticht in der Illustration für meinen Geschmack mit einem schwungvollen klaren Zeichenstil, der perfekt die Atmosphäre der Pulp-Science-Fiction vermittelt. Da ich selbst mich mit der Kolorierung von Illustrationen eher schwer tue, kam das meinem eigenen Stil sehr entgegen.

Die Solaru und ihre Triolithen

Bereits für die Optik der außerirdischen Solaru, die hinter den Ereignissen des Einseiters stecken, diente „2001“ als Vorlage. Zwar tauchen im Finale des Films während Dave Bowmans befremdender Reise in den Monolithen keine klassischen, grob humanoiden Kreaturen auf, inmitten des Farbgewirrs erblickt man aber unter anderem nicht minder schillernde Oktaeder, die laut Aussage der Filmemacher die Außerirdischen andeuten sollen. Entsprechend sind auch meine Solaru derartige Polyeder, wenn auch erweitert um angedeutete Augen und Münder.

"Mein Gott, es ist voller... Würfel?"

Die Triolithen, wie schon oben erwähnt eine Pastiche der Monolithen, durften natürlich nicht die strengen Proportionen des Originals haben, sondern sollten sich eher am fließenden Design der 40er-Pulps orientieren. Da die Vorlage aus „2001“ mit viel Großzügigkeit eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Tischplatte hat, habe ich zur Inspiration nach Bildern von Tischen der 20er bis 60er Jahre gesucht, so dass mein Triolith tatsächlich ein Mischmasch aus entsprechenden Elementen wie Tischplatte, -bein und Zierrat ist.

Wie aus altmodischen Tischen ein außerirdisches Raumschiff wird.




Zuletzt: Der Download

Die Sonnenschöpfer – Ein Szenario für Cosmic Patrol (pdf 362 KB)





Danke, tausendmal danke!
Da ich es nur Stunden vor Ablauf der Frist geschafft habe, mit „Die Sonnenschöpfer“ meinen zweiten Beitrag bis zum Heiligen Abend einzureichen, kam ich auch in die Verlosung des Weihnachtspreises. Gewonnen habe ich dabei Exodus #33. Vielen Dank!

Dabei bleibt es aber nicht: Tatsächlich wurde "Die Sonnenschöpfer" von der Jury zum besten von insgesamt 9 Beiträgen gekürt. Vielen Dank an die Juroren für ihren Zuspruch, und vielen Dank an Greifenklaue und Würfelheld für einen wieder einmal tollen Wettbewerb!


Meine anderen Beiträge zum 5. Winter-OPC
Fiasko - Jäger des Goldenen Zuges (Kategorie "Unter den Städten")
Fate Atomic Robo - Projekt N.O.A.H. (Kategorie "Im ewigen Eis")

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