Eberron: Blitzzug nach Vulyar

31.08.2017
Die Eisenbahn ist ein technischer Fortschritt, die die Zivilisation endgültig in die entlegensten Winkel trägt. So auch im DnD-Setting Eberron, wo die Blitzbahn (orig. „Lightning Rail“) mit magischen Mitteln die großen Städte des Kontinents Khorvaire verbindet. Nach dem Letzten Krieg allerdings sind so manche Streckenabschnitte in Mitleidenschaft geraten oder müssen gänzlich ausgebaut werden.


Die Blitzbahn
In der Welt von Eberron finden sich zahlreiche Errungenschaften, die mit magischen Mitteln technische Entwicklungen aus unserer realen Welt umsetzen. Eine dieser Erfindungen ist die sogenannte Blitzbahn („Lightning Rail“), die nur auf den ersten Blick der altbekannten Eisenbahn ähnelt, bei genauerem Hinsehen nicht dampfbetrieben ist und auch nicht auf Schienen unterwegs ist. Stattdessen folgt der Zug in den Boden eingelassenen Leitungssteinen („Conductor Stones“), angetrieben durch einen Elementargeist, der an die Waggons gebunden ist. Die knisternde Energie, die beim Passieren eines Steins freigesetzt wird, erklärt zumindest den Eingang des „Blitzes“ in den Namen dieser Maschine.

Erfunden wurden die Leitungssteine vom Haus Cannith, das das Drachenmal der Fertigung besitzt und auch für andere hochtechnische Entwicklungen verantwortlich ist. Das Zugnetz selbst wird allerdings von Haus Orien, Träger des Drachenmals des Durchgangs und Kopf der Kuriergilde, verwaltet.



Die Pläne mächtiger Häuser
Haus Cannith wurde im Letzten Krieg eine der mächtigsten Familien Khorvaires, entwickelte es doch die sogenannten Kriegsgeschmiedeten (“Warforged”). Heute ist der Bau dieser Konstrukte aber verboten und Haus Cannith nach Verlust seiner alten Heimstatt in die drei Familienzweige West, Süd und Ost aufgeteilt. Haus Cannith Süd unter Führung des talentierten Merrix d’Cannith ist hat derzeit den schwächsten Anspruch auf die Führung des gesamten Hauses, während Jorlanna d'Cannith von Cannith West derzeit nicht nach diesem Titel greifen mag.

Baron Zorlan d’Cannith, Herr  von Cannirg Ost, möchte seine Position in seinem Bezirk deshalb weiter ausbauen. Berüchtigt für seinen skrupellosen Geschäftssinn, will er das Netz der Blitzbahn entlang existierender Handelswege von Haus Orien weiter ausbauen. Dabei will er zunächst die einzige große Halbling-Metropole Scharenburg ("Gatherhold") in den Talenta-Ebenen mit der Stadt Vulyar verbinden. Zwar sind diese Städte schon beide Teil des Bahnnetzes, allerdings nur über einen weitläufigen Umweg. Wenn die Blitzbahn im ersten Schritt diese Verbindung hergestellt hat, will Zorlan langfristig auch die beiden Orte Fort Zombie und Fort Knochen ("Fort Bones"), berüchtigt für ihre Bevölkerung von Untoten und Söldnern daran anschließen, um möglichst kurze Transportwege für mögliche Truppenbewegungen sicherzustellen.




Haus Orien ist von dieser speziellen Wegstrecke wenig begeistert - die Verbindung anderer Orte hat Priorität - wenig begeistert, stimmt aber zu, auch diese Route in das von ihm betreute Blitzbahnnetz aufzunehmen. Derweil beäugen die Oberhäupter von Haus Cannith West und Süd genau die Pläne ihres Vetters.

Zwar soll die Arbeiterschaft auf dem Bautreck - wie für Karrnathi nicht unüblich - vor allem aus Untoten bestehen, aber auch für Söldner und Abenteurer ist wegen so mancher Unwägbarkeit noch Platz.


Der Eisenbahntreck
Der Bautreck beginnt in Scharenburg, von wo aus sich ein kurzer Blitzzug entlang einer existierenden, wenn auch nur wenig genutzten Handelsstraße von Haus Orien gen Vulyar auf der frisch errichteten Bahnstrecke fortbewegen wird. Hinter der eigentlichen Zugeinheit mit dem gebundenen Elementar folgt ein luxuriöser Abteilwagen, den sich die beiden Abgesandten der Häuser Cannith und Orien teilen. Dahinter folgen etliche Waggons für die Arbeiter. Da allerdings vor allem Untote die groben Arbeiten verrichten werden, ähneln diese eher Viehtransporten als regulären Abteils. Nur für die übersichtliche Gruppe von Lebenden ist ein regulärer Personenwaggon mit engen Abteils und Stockbetten vorgesehen. Am Ende befinden sich einige Güterwagen mit weiterem Material für Unterkunft und Verpflegung, die wegen der größtenteils untoten Arbeiter erstaunlich kurz ausfallen.

Die Baustrecke von etwa 300 Meilen führt zum größten Teil über die Grassteppe der Talenta-Ebenen, auf denen die nomadischen Halblingstämme und Dinosaurierherden leben. Erst auf der Zielgeraden wird die Grenze nach Karrnath überschritten. Trotz der parallel verlaufenden, von Haus Orien verwalteten Handelsstraße werden die Bauarbeiten vor allem in der Wildnis stattfinden.



Wichtige Personen
Auf dem langen Bautreck werden die Abenteurer vor allem mit den folgenden NSC zu tun haben:

Wigmun d'Cannith
Der junge Sproß des Hauses Cannith wurde mit von seinem Großonkel Zorlan mit der Installation des Leitungssteine betraut. Der schlacksige und übereifrige Wigmun gedenkt diese Aufgabe auch mit Elan und Sorgfalt zu erledigen, erhofft er sich dadurch doch Anerkennung und Aufstieg in der Familie. Er wird stets begleitet von mehreren Packgefährten ("Packmate", vgl. "Magic of Eberron S. 152/153), animierten Reisekisten, die die Leitungssteine verwahren.

Hesta d'Orien
Die pummelige Endvierzigerin hat sich ihr Leben lang auf dem Ruhm und Reichtum von Haus Orien ausgeruht, ohne je große Ambitionen zu entwickeln. Ihr ist durchaus klar, dass ihre leitende Position in diesem Eisenbahntreck eine Strafe sein soll, dennoch will sie versuchen, die anstehende Reise so angenehm und mit so wenig Arbeit wie möglich zu verbringen.

Torom
Selbst ein Untoter, fungiert der - selbst für die vergleichsweise schlauen Wiedererweckten von Karrnath - gerissene Zombie als eine Art Vorarbeiter für die Zombies, die beim Eisenbahnbau eingesetzt werden. Seine körperliche Trägheit und der aufgedunsene, verwesende Körper verbergen ein ausgesprochenes Organisationstalent, das auch nach Toroms Tod nicht gewichen ist. Die angeheuerten Söldner derweil sind froh, dass jemand anders sich mit den untoten Arbeitern abgeben muss.

Pauwa
Der verhärmte Veteran des Letzten Kriegs, ein stämmiger Zwerg mit graumeliertem Haar schlägt sich schon seit Jahren als Söldner durch und ist ein versierter Taktiker. Taut der schweigsame Eigenbrötler einmal auf, so findet man in ihm einen treuen Verbündeten und kompetenten Lehrer.

Zetsenna
Die drahtige Elfe ist ein rechtes Plappermaul, so dass sie von ihren Söldnergefährten gern gemieden wird. Dies ist allerdings nur eine sorgfältig inszenierte Fassade: In Wirklichkeit steht Zetsenna im Auftrag von Jorlanna d'Cannith, Herrin von Haus Cannith West und soll den Bautreck sabotieren, wo sie nur kann. Das letztliche Ziel ist, dass Zorlan den Ausbau der Blitzbahn auf diesem Teilstück aufgibt.




Komplikationen
Nicht nur ist die Reise von 300 Meilen lang und entbehrungsreich, auch zahlreiche Hindernisse verzögern die Bauarbeiten:

Unruhen
Die Halblinge von Scharenburg fühlen sich von der Präsenz der Arbeiterzombies an die Schlachten mit den Untoten während des Letzten Kriegs erinnert. Die Stimmung ist in der Nähe der Bahnstation, wo die Bautruppe zusammenkommt, sehr angespannt und kann schnell eskalieren.

Überfall
Halblingnomaden überfallen den Bautreck während seines Zugs über die Talenta-Ebenen.

Brutplatz
Die Baustrecke kreuzt den angestammten Brutplatz einer Dinosaurierherde, so dass der mit den Tieren wandernde Stamm von Halblingnomaden die Bauarbeiten verhindern will. Nur mit großem diplomatischem Geschick lassen sie sich überreden, dass die Strecke den Ort großzügig umfährt. Dies führt allerdings zu Engpässen bei den Leitungssteinen.

Stampede
Die Stampede einer Dinosaurierherde droht nicht nur, den Bautreck niederzutrampeln, sondern auch die bereits installierten Leitungssteine zu zerschmettern.

Sabotage
Derweil hat Jorlanna d'Cannith die Elfe Zetsanna angeheuert, um den Streckenbau zu sabotieren. Arbeitsmaterial verschwindet oder funktioniert nicht, Arbeiterzombies verlieren ihr Unleben und fallen erneut tot um, oder der gebundene Elementargeist droht die Zugmaschine zu zerstören.

Nahrungssuche
Einer von Zetsannas Sabotageakten vernichtet einen Großteil der Nahrungs- und Wasservorräte. Die Söldner sind gezwungen eine neue Wasserquelle aufzutun und Jagd auf Dinosaurier zur Verpflegung zu machen. Dabei kommen sie mit einem Halblingstamm in Konflikt, der beides allein für sich beansprucht.




Dieser Artikel ist ein Beitrag zum Karneval der Rollenspielblogs im August 2017 mit dem Thema "Western in anderen Genres". Die Moderation liegt bei Zornhau, alle Beiträge des Monats werden zudem in diesem Thread des Forums der Rollenspielblogs aufgelistet.


Illustrationen
D&D Eberron via Eberron Wiki

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