Karneval der Rollenspielblogs: Piraten

01.09.2018
Im September widmet sich der Karneval der Rollenspielblogs einem der beliebtesten Klischees überhaupt: Piraten. Aber auch jenseits von Platitüden und romantisierenden Kostümen hat dieses Thema vielseitige Aspekte, die man in Beiträgen behandeln kann.


  • Piraten passen in alle möglichen historischen und modernen Szenarien. Schon im antiken Griechenland überfielen Küstenpiraten das Festland und andere Schiffe, ab dem 8. Jahrhundert suchten die Wikinger Nordeuropa heim. Im 14. Jahrhundert wurden die Vitalienbrüder zum Schrecken der Hanse, während die Barbareskenkorsaren das Nordafrika des 16. Jahrhunderts unsicher machen.


    Auch am anderen Ende der Welt trieben Seeräuber ihr Unwesen, so die japanischen Woukou, die Korea und Nordchina überfielen, oder die Piratendynastien am Ende der chinesischen Ming-Dynastie im 17. Jahrhundert. Im 16. Jahrhundert begann die Zeit der Piraten der Karibik, die unsere Vorstellung bis heute geprägt hat.
     
  • Piraten suchen auch die Gewässer unserer Moderne heim: somalische Piraten kapern immer wieder Schiffe, um mit Geiseln Lösegeld zu erpressen, Indonesien mit Routen wie der Straße von Singapur ist bis heute ein Schwerpunkt von Überfällen.
     
  • Piraten waren nicht immer nur Gesetzlose: Ein Kaperbrief erlaubt als Freibeuter die Feinde des ausstellenden Staates zu überfallen oder zu versenken.
     
  • Piraten geben spannende und schillernde Figuren am Spieltisch ab. So hat das Piratenhandwerk schon viele bekannte und berüchtigte Seeräuber hervorgebracht: die Vitalienbrüder Gödeke Michels, Klaus Störtebeker oder Magister Wigbold, den Freibeuter Sir Francis Drake oder die Kapitäne Blackbeard und Jack Rackham. Auch das vermeintlich schwache Geschlecht hat Piratinnen hervorgebracht wie Anne Bonny oder Mary Read. Das osmanische Reich brachte die Korsaren Arudsch oder Turgut Reis hervor, Zheng Chenggong kämpfte gegen die den Ming nachfolgende Qing-Dynastie.

    Auch die Fiktion – nicht zuletzt Kinderbücher! – hat zahlreiche namhafte Piraten hervorgebracht: Long John Silver, Guybrush Threepwood und seinen Gegenspieler LeChuck, Ephraim Langstrumpf sowie seine Rivalen Blut-Svente und Messer-Jocke, und nicht zu vergessen Die Wilde 13. Ja, und dann war da noch der vermeintliche Rockstar unter den Piraten Jack Sparrow.

     
  • Piraten prägen die Orte, die sie heimsuchen: Kreta war in der Antike ein berüchtigter Piratenstandort, auf der Insel Grasbrook vor Hamburg wurden Seeräuber bis 1624 hingerichtet. Der Pirat Zheng Chenggong gründete das Königreich Tungning auf Taiwan, und die Schatzinsel aus dem gleichnamigen Roman prägte unser Bild von Piraten wie kaum etwas anderes.
     
  • Piraten häufen Reichtümer an, die eine abenteuerliche Suche versprechen. Eine Karte verheißt die Kostbarketen des Captain Flint auf der legendären Schatzinsel, Der Einäugige Willy hat sein ganzes Schiff in den Höhlen in der Nähe der Goon Docks versteckt und mit tödlichen Fallen gesichert.
     
     
  • Und nicht zuletzt haben Piraten schon diverse eigene Rollenspiele inspiriert: Savage Worlds Pirates of the Spanish Main, 7te See, Abney Park’s Airship Pirates, Furry Pirates, Space Pirates oder Poison’d.

    Auch andere Systeme und Genres haben sich schon ausführlich Piraten gewidmet: Klassische Fantasy kennt die Insel Freeport oder Pathfinders Piraten des Inneren Meeres, während bei Earthdawn die trollischen Kristallpiraten in ihren Flugschiffen auf Beute aus sind. In der Space Opera machen Piraten sowohl die Galaxis von Star Wars unsicher, während die Dark Eldar und die Orks eine Geißel von Warhammer 40K sind. Mit Argh! Thar Be Zombies gibt es sogar ein Setting, das insbesondere den Untoten den nötigen Platz einräumt.



Ihr könnt auf eure Artikel entweder im dazugehörigen Thread des Forums der Rollenspielblogs oder in den Kommentaren dieses Eröffnungsbeitrags hinweisen. Nach Ablauf des Monats werde ich hier auf Spiele Im Kopf eine Zusammenfassung über alle Beiträge bereitstellen. Ich bin gespannt auf eure Artikel!

Keine Kommentare:

Kommentar posten