Spielidee: Läusemelken

30.05.2016
In den letzten Wochen und Monaten beschäftigen mich seltsamerweise immer wieder uralte Spielideen, die seit Jahren unausgegoren in meinem Kopf herumspuken. Nun hat es ein weiterer Einfall bis kurz vor die Prototypenphase geschafft: Ein Insektenspiel mit dem Arbeitstitel Läusemelken.


Ameisen und Blattläuse
Die Idee zu Läusemelken kam mir schon vor etlichen Jahren und ist recht einfach: Die Spieler verkörpern Ameisen, die den leckeren Honigtau von Blattläusen ernten wollen. Außer der Konkurrenz gegeneinander müssen aber auch noch hungrige Marienkäfer abgewehrt werden. Die grundsätzlichen Elemente waren mir dabei schnell klar: 3 verschiedene Typen von Ameisen je Spieler (Soldaten, Ernter und Schäfer) und die Möglichkeit, die Blattläuse zu vermehren, wobei dann aber statt eines neues Blatts als Weidegrund auch mal ein Marienkäfer auftauchen kann.

Die Krux war eher das Zusammenspiel dieser Komponenten: Wohl inspiriert von dem abstrakten Hexspiel Hive, bei dem ebenfalls diverse Insekten gegeneinander antreten, hatte ich von Anfang an die einzelnen Spielkomponenten – Blattläuse und Ameisen – als hexagonale Spielsteine vor Augen. Dies limitiert aber die Möglichkeiten, wie man auf einem solchen Spielplan zusammenhängende Mehrheiten oder Ketten bilden kann. Ein weiterer Einfall war, die Spielfiguren auf zwei Arten werten zu können: Entweder als Mehrheit nach Spielerfarbe, oder als Mehrheit nach Ameisentyp – nur würden bei den limitierten Möglichkeiten, die Steine in einem Hexmuster aneinanderzulegen, gerade bei drei oder vier Spielern kaum verwertbare Mehrheiten zustande kommen. So steckte ich geraume Zeit in einer Sackgasse.



Blattplättchen und Spielsteine
Wie immer ist für ein derartiges Dilemma die einfachste Lösung die beste: Wenn es nicht funktionieren kann, dann weg damit. Statt der einschränkenden Hexformen der Figuren soll es einfach große Pappscheiben mit den Blattläusen darauf und Feldern für das Platzieren von einfachen Ameisenpöppeln geben. Damit habe ich den Platz zur Verfügung, je Blatt für die spielrelevanten Mehrheitenwertungen zu sorgen.

Die Effekte der Ameisen ergaben sich danach fast von selbst, die man nutzen kann, wenn die eigene Farbe auf einem Blatt am häufigsten vertreten ist: Soldaten vertreiben andere Ameisen, Ernter klauen Honigtau, und Schäfer verteilen die sich vermehrenden Blattläuse, die schließlich zum Auslegen weiterer Blätter führen können, auf andere Blätter um. Dabei muss man aber auch die eigenen verwendeten Ameisen ablegen und riskiert so die andere Art von Mehrheit: Die nach Ameisentyp.

Diese Wertung wird nur von bestimmten Ereignissen angestoßen: Haben alle Blattläuse eines Blatts Honigtau produziert, so wird dieser an die anwesenden Ernter verteilt. Haben sich die Blattläuse ausreichend vermehrt, um ein neues Blatt zu beziehen, so werden die Schäfer dafür belohnt, und taucht statt dessen ein Marienkäfer auf, so werden die Soldaten für dessen Vertreibung belohnt.



Regeln, Spielwerte und Basteln

Eine erste Fassung der Regeln von Läusemelken ist bereits fertig; damit habe ich auch eine grobe Vorstellung davon, welche relevanten Details auf den Komponenten vermittelt werden müssen. Nun beginnt die eigentliche Arbeit, die diversen Einzelteile auch mit Spielwerten zu versehen – und dann folgen natürlich die ersten Testspiele gegen mich selbst. Ich werde berichten.


Bildquellen
Arnoldius: Melkende Ameisen, Creative Commons CC-BY-SA-2.5
Jacopo Werther: Hippodamia tredecimpunctata, Creative Commons CC-BY-SA-2.0

Keine Kommentare:

Kommentar posten