Die Suche über den Donnerwolken - die Queste der zwei fliegenden T’skrangbrüder für Earthdawn

28.02.2019
In den Zinnen der Donnerberge leben abgeschieden zwei T’skrangbrüder, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Der geflügelte Es'katha und der Luftschiffer Hi'srani wagen sich von ihrer Heimstatt immer wieder in die dämonenverseuchten Brachlande, in die eine Vision der Passion sie entsandt hat.


Von den Donnerbergen in die Brachlande
Es war wohl kein Zufall, der Es'katha in die Gipfel der Donnerberge führte, wo er die Körnchen wahrer Luft entdeckte, mit denen auch sein Bruder Hi'srani sich mit seiner kleinen Schaluppe in die Höhe begeben konnte. Bei ihrer Ernte entdeckten sie eine natürliche Höhle, die früher schon Namensgeber beherbergt haben musste, denn sie war bearbeitet und versehen mit verblassten Felszeichnungen. Auch wenn die Brüder diese Ornamente noch immer nicht gänzlich entziffert haben, so haben sie eine Gewissheit schon gefunden: Von hier aus sollen sie für ihre Passionen Garlen und Floranuus in die Brachen aufbrechen, die endlich von der Verheerung durch die Dämonen befreit werden müssen.

Die Brachen gelten nicht umsonst als der Fleck, an dem die Verderbtheit der Schrecken am deutlichsten wird: Eine raue Steinwüste erfüllt von sengender Hitze, die jeden Tropfen Flüssigkeit aussaugt. In der Kälte der Nacht hingegen erscheint das Schreckensgezücht, das sich bei Tage verkrochen hat, um törichte Wanderer zu überfallen. Immer wieder suchen regenlose Stürme aus schwarzen und violetten Wolken die Brachen heim. Diese abschreckende Ödnis jedoch ist das Ziel der beiden Brüder.

Der Weg durch die Lüfte über den Brachen ist dabei nicht minder kräftezehrend als der über das verödete Land. Trockene Winde zerren an dem Geflügelten und dem Luftschiffer, Luftlöcher und Aufwinde reissen sie unvermittelt in die Höhe oder in die Tiefe. Gleichzeitig ist auch in der Höhe der beiden Luftfahrer die sengende Glut der Sonne unerträglich und verhindert immer wieder längere Expeditionen. Die tosenden Stürme schließlich scheinen mehr als ein Wetterphänomen zu sein; es ist, als habe sich hier die Macht der Dämonen manifestiert, um ihren Herrschaftsanspruch über das verheerte Land zu untermauern.

Der geflügelte Es'katha bevorzugt die sturmfreien Tage, an denen er den Himmel über den Donnerbergen und dem Rand der Brachen durchstreift. Die Ruhe der heilenden Passion Garlen erfüllt ihn dann in jeder Faser seines Körpers; und er lässt sich bereitwillig von ihr leiten, in der Hoffnung letztlich das Ziel zu finden, das seine Patronin ihm eingibt. Hi'srani ist bei diesen Ausflügen stets zugegen, aufmerksam wachend auf sicheren Flug, während Es'katha von einer höheren Kraft gelenkt wird.

Hi'srani selbst liebt es, mit seinem kleinen Luftboot aufzubrechen, wenn Sturm und Wind die Donnerberge und die Brachen umtosen. Dann gibt er sich ganz seiner Passion Floranuus hin, lässt sich von ihr durch Böen und Strömungen tragen, laut dem Chaos um ihn herum entgegenlachend. Denn nur in dieser entfesselten Natur fühlt er sich wirklich frei, so wie es sein Patron verkörpert, und ist sich sicher, dass Floranuus in nur so an das Ziel führen kann, das er dem T'skrang verheissen hat.


Die Vision vom geheilten Land
In den Felszeichnungen ihrer Höhle in den Zinnen der Donnerberge glauben Es'katha und Hi'srani einen Flecken von Unverderbtheit ausgemacht zu haben, umringt von zerstörerischer Kraft, die beständig an ihm zehrt. Während die meisten Namensgeber die Ausweitung der Brachen beklagen, die täglich voranschreitet, so sind die beiden T'skrang inzwischen davon überzeugt, dass die wahre Gefahr darin besteht, dass die Brachen einen letzten Ort der Unschuld einschließen und letztlich endgültig überwuchern. Einige Visionen, die beide Echsen geteilt haben, zeigen ihnen deutlich einen Ort hoch in den Wolken, den nur sie erreichen sollen - doch sind die Bilder, die Garlen und Floranuus ihnen geschickt haben, grundverschieden. Der geflügelte Es'katha findet sich in der Entrückung zu seiner Passion an einem Ort absoluter Ruhe wieder, in höchster Höhe, getragen von der Passion selbst. Der Luftschiffer Hi'srani hingegen sieht immer wieder einen Sturm, der die Verderbnis der Dämonen hinwegbläst und auf deren vorderster Welle er selbst den Wind lenkt.

Nur wissen Es'katha und Hisrani noch immer nicht wo genau dieser Ort liegen soll und was ihm ermöglicht hat, den Schrecken zu widerstehen. Ist es ein Auge des Sturms inmitten der undurchdringlichen Brachen? Ist es ein Fleck in den Zinnen der Donnerberge, der vom alljährlichen Beben und Donnergrollen, der dem Gebirge seinen Namen gegeben hat, langsam aber stetig zerrüttet wird? Ist es eine alte Stätte des Wirkens der Passionen, die selbst dem Ansturm der Schrecken standhielt, der diesen Landstrich so sehr verwüstete wie sonst keinen? Oder ist es sogar das Wrack des legendären Luftschiffes Earthdawn, das als erstes zum Ende der Plage das gebeutelte Land von Barsaive erkundete und, so man den Legenden glauben will, in den Brachen verschollen ist?

Was und wo genau dieser Ort sein soll, und wie sie dort den Willen der Passionen erfüllen sollen, hat sich den beiden T'skrang bis heute nicht offenbart. So meditieren sie weiter bedächtig über den Felszeichnungen in ihrem Heim, sammeln Legenden aus der Vergangenheit der Brachen und der Donnerberge, und begeben sich auf ihre gefährlichen Ausflüge.


Nachwort
d6ideas und Spiele im Kopf teilen schon seit geraumer Zeit ihre Leidenschaft für die Welt von Earthdawn. Für den Karneval der Rollenspielblogs im Februar 2019 zum Thema „Flieger und Piloten“ spinnen wir gemeinsam die Geschichte der ungleichen T’skrang-Brüder:


Keine Kommentare:

Kommentar posten